Dienstag, 11. Oktober 2016

Klein sein, heißt nicht krank sein....

Ja, zugegeben, es war schon ein Schock in der Nacht zu Montag, als als letzter Welpe ein winziges Bübchen in trico zur Welt kam. Im ersten Moment dachte ich, das kann nichts werden; die Nachgeburt war so mikroskopisch wie das Hündchen, die Nabelschnur nicht mehr als ein Fädchen.... wie sollte dieses Tierchen leben können? Aber es zappelte und wand sich in alle Richtungen! Kaum befreit vom vorgeburtlichen Ballast war der Zwerg auch schon angedockt und trank um sein Leben!
Da sitzt der Züchter daneben mit offenem Mund und staunt einfach nur! Was für ein Lebenswille!
So bekommt dann auch der alte Spruch plötzlich eine tatsächliche Bedeutung:
"Zieh dran, Junge!" Ja, Hank! Zieh dran! Du packst das!

Freitag, 7. Oktober 2016

Alles kommt, wie es kommen muss...

Lange habe ich keine Ruhe gefunden hier zu schreiben, dabei ist in den letzten Monaten so unendlich viel passiert im Hasslinger Bruch!
Manches hat mich an meine Grenzen getrieben, manches hat einfach Freude gemacht, manches hat meine Seele tief berührt...
Es sind Entscheidungen gefallen, die ich mir nicht leicht gemacht habe und zum guten Schluss sind Entscheidungen gefallen, an denen ich nicht aktiv beteiligt war, aber so ist das Leben, es ist steter Wandel und so sehr ich auch einen gewissen Gleichklang liebe, auf das Schicksal hat nun einmal niemand Einfluss.
Honey wird am 21.10.2016 kastriert und danach, relativ zeitnah, zu meiner lieben Freundin Doris und meinem Gandhi ziehen. Nach der dramatischen Geburt des G-Wurfes stand schnell fest, dass Honey keinen weiteren Wurf haben soll, dass sie aber immer unverträglicher mit meinen anderen Mädchen werden würde, das war zu dem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Inzwischen hat es hier leider einige kleinere Beißereien und zwei massive Übergriffe durch sie gegeben, so dass ich sie nicht mehr unbeobachtet im Rudel laufen lassen kann. Jedes Rudel hat ein gewisses Eigenleben und wenn ein Hund anzeigt, dass er mit der Situation vor Ort nicht klar kommt, dann müssen Lösungen gefunden werden! Nun ist es immer mehr als schwer einen geliebten Hund einfach so abzugeben, aber in diesem Fall ist die Lösung einfach perfekt! Doris liebt Honey seit dem ersten Tag, als sie bei mir einzog und Honey mag Doris! Das erste Probewohnen war ein voller Erfolg und so bekommt dann auch mein Gandhi eine dauerhafte Gefährtin.
Aus Honey`s Wurf ist Ginger bei mir geblieben, die einfach nur bezaubernd ist und mir unendlich viel Freude bereitet! Auf ihre weitere Entwicklung bin ich mehr als gespannt!
Nun erwarte ich in den nächsten Tagen den wohl letzten Wurf meiner Jazzy.
Eigentlich sollte sie in diesem Jahr nicht belegt werden, aber sie hatte andre Pläne und hat in Tetje schnell einen Verbündeten gefunden ;o) Sie muss wohl geahnt haben, dass ihre Zeit als Zuchthündin dem Ende zugeht und das, wo sie doch Mutter ist mit Leib und Seele! Für meine Zucht war sie stets eine Bank! Sie ist ein großartiger Hund, der niemals seines gleichen finden wird....
Ein paar Tage noch, dann wird sie mir den H-Wurf schenken und ich bin schon sehr gespannt auf ihre und die ersten Tetje Kinder!
Es bleibt einfach immer spannend bei uns....

Samstag, 17. September 2016

Manchmal kommen einem Erkenntnisse....

Meine Hunde können nix.... keine Tricks, kaum Kommandos, "Platz" beherrschen nur die wenigsten von ihnen, "bleib" heißt für sie das Frauchen geht und sie nicht mit dürfen. Sie lesen keine Fährten, suchen keine Gegenstände, sie apportieren nur wenn sie Lust haben und wenn es für sie Sinn macht. Sie hüpfen auf`s Sofa und auch auf`s Bett. Sie sind Hund und Rudel und ich darf ein Teil davon sein!
Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, funktioniert unser Zusammenleben reibungsl...os! Wenn ich draußen nach ihnen rufe, dann sind sie da, weil sie wissen, es ist dann auch wichtig bei mir zu sein.
Alle laufen anständig an der Leine, aber das machen sie alle irgendwie auch von alleine. Wenn ich einen von ihnen auffordere mich zu begleiten, dann macht derjenige das, auch in Situationen, die ungewohnt für sie sind kleben sie sich an mein Bein und folgen.
Ich bin ein Minimalist was Training angeht....und ich will meine Hunde genau so und nicht anders!
Alle sind groß- und einzigartig und ich glaub, sie finden ihr Leben hier ganz ok, auch ohne Hundeplatz und Dauerbespaßung....

Sonntag, 3. Juli 2016

Der erste Umzug...

Die Welpen sind nun 2 1/2 Wochen alt und fangen langsam an mobil zu werden! Alle haben die Augen geöffnet und versuchen ihre Beinchen unter Kontrolle zu bekommen. Was für eine wundersame Zeit! Immer wieder unglaublich, wie aus den hilflosen Zwergen nach und nach, fast unmerklich, kleine Hunde werden!
Da gestern schon die ersten Welpen aus ihrem " Planschbecken" gekrabbelt sind, wurde es nun wirklich Zeit für den ersten Umzug! Nun sind sie wieder für eine kurze Weile gesichert.... in etwa zwei Wochen aber werden sie auch anfangen die Absperrung der neuen Unterkunft zu erklimmen! Dann steht der nächste Umzug an :o)
Ein Wort zum Planschbecken:
Natürlich werde ich immer mal wieder gefragt, warum ich denn keine " anständige" Wurfkiste habe!
Das hat mehrere Gründe:
1. das Planschbecken ist rund! Es gibt keine Ecken, in denen sich die neu geborenen Welpen " verlaufen" könnten.
2. es ist eine absolut hygienische Sache, bei Bedarf lässt sich das Ding bestens desinfizieren! Es gibt keine Fugen, in denen sich Keime festsetzen könnten, so wie bei einer Kiste aus Holz z.B.
3. durch den aufgeblasenen, flexiblen Rand ist es fast unmöglich für die Mütter ihre Welpen zu erdrücken. Wenn mal ein Welpe hinter die Mama gerät, dann gibt die Umrandung nach und der Welpe nimmt keinen Schaden.
4. es ist sehr bequem für die Hündin. Meine Mädels legen gerne den Kopf auf die Umrandung und machen es sich gemütlich
5. es ist ruck zuck aufgebaut und ebenso schnell wieder abgebaut. Es lässt sich klein zusammen rollen und nimmt keinen Platz weg bei der Lagerung.


Freitag, 24. Juni 2016

Es kehrt Entspannung ein....

Die G-chen sind nun schon eine Woche alt und so langsam aber sicher hat auch die kleine Glenna sich gefangen und nimmt gut zu. Den anderen merkt man die Strapazen der Geburt schon lange nicht mehr an! Diese Welpen verfügen über einen enormen Lebenswillen, sind dabei aber wirklich sehr entspannt und immer zufrieden. Nie gibt es Geschrei in der Kiste, sie trinken oder sie schlafen. Selten hatte ich einen so leisen Wurf!
Schon bald werden sie die Augen und die Ohren öffnen und dann beginnen sie die Welt zu erobern.... ich kann es kaum erwarten!

Montag, 6. Juni 2016

Inzucht.... eine Geschichte voller Missverständnisse....

Die Welt ist einfach großartig! Kaum fällt ein Wort, schon wird es aufgegriffen und ohne Sinn und Verstand auseinander genommen!
Wer meinen letzten Post gelesen hat, der hat unter Umständen ein kleines Detail falsch verstanden: NEIN, ich bin nicht gegen Linienzucht! Ohne Inzucht würde es heute nicht eine einzige Rasse geben. Es war schon immer das Mittel der Wahl, um gewünschte Merkmale zu festigen.
Nichts auf der Welt spricht dagegen, zwei exellente Hunde miteinander zu verpaaren, solange sie genetisch und psychisch gesund sind! Wenn man also enge Linien ziehen möchte, um gewisse Merkmale zu festigen, so ist es ein Muss, möglichst viele Faktoren dabei berücksichtigen zu können. Alles was die Wissenschaft heute hergibt, sollte dann zum Einsatz kommen. Habe ich z.B. zwei genetisch von MDR1, DM und CEA freie Collies, so werden die Nachkommen ebenfalls frei sein von diesen Erkrankungen. Dies auch dann, wenn die Verpaarungspartner unter Umständen Vater und Tochter sind! Wobei wir in diesem Falle schon nicht mehr von Linien- sondern Inzestzucht sprechen müssen.
In den meisten Zuchtordnungen ist es so geregelt, dass in jeder dritten Generation eine Rückverpaarung erlaubt ist, aber das nur am Rande bemerkt.
Wer nun Inzucht/ Linienzucht komplett verteufelt, der hat ganz einfach seine Hausaufgaben nicht gemacht. Um Merkmale zu festigen, darf dann der Onkel auch gerne mal die Nichte decken! Solange man um die Hintergründe der Linien weiß und möglichst viele Faktoren berücksichtigt, ist rein gar nichts dagegen einzuwenden!
Anders sieht es aus, wenn eben gar kein Wissen um die Hintergründe da ist, bzw. schon bekannt ist, dass es in den Linien schon zu Problemen kam! Wer dann Linienzucht/ Inzucht betreibt, der handelt grob fahrlässig!
Dann ist es sicher besser einen Outcross zu versuchen, in der Hoffnung, vorhandene Defekte, Wesensmängel, etc. abfangen zu können. Wobei dann immer noch zu überlegen wäre, ob es nicht sinnvoller wäre, eine solche Linie aussterben zulassen, bzw. den Anteil dieser Linie  im gesamten Genpool zu reduzieren.
Früher war die Zucht ein wenig anders als sie es heute ist. Wenn Welpen fielen, die in irgendwelchen Punkten den Vorstellungen nicht entsprachen, dann wurden die ganz einfach nicht aufgezogen. Es fand eine massive Selektion statt. Für uns heute undenkbar! Zum Glück! Aber gerade deshalb müssen wir Züchter heute lernen, lernen und nochmals lernen, um Hintergründe zu verstehen und zumindest alles uns mögliche ausschalten, was zu defekten Welpen führen könnte!
Wer nun meint mit reinem Outcross allen Problemen aus dem Weg gehen zu können, der irrt allerdings gewaltig! Nur, wenn tatsächlich die dann gewählten Linien frei sind von denselben genetischen Erkrankungen, nur dann hat man eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit auf gesunde Welpen! Auch hier sind die möglichen genetischen Tests unabdingbar und auch in diesem Fall ist ein Wissen um die herangezogenen Linien absolut wichtig. Ansonsten hat man zwar keinerlei Ahnenverlust, aber die Gesundheit wurde nicht verbessert!
Wissen ist Macht!
In diesem Sinne, einen schönen Montag zusammen!

Sonntag, 5. Juni 2016

Quo vadis, Zucht???

Aus aktuellem, wenn auch wenig schönem, Anlass, möchte ich ein wenig zur Zucht im Allgemeinen schreiben.
Wenn ich mir einen Welpen zur Weiterzucht behalte oder auch dazu kaufe, dann hat das ganz verschiedene Gründe. Zum einen muss man natürlich schauen, dass die Linien nicht zu eng gezogen werden. Es ist leichter immer mit dem selben Blut zu arbeiten, keine Frage; " da weiß man, was man hat" und kann ungefähre Voraussagen zu Aussehen und Wesen treffen.
Nur, man verändert auch nichts und kommt am Ende in den Inzuchtstrudel. DAS kann nicht der Weg sein. So hat man zwar vermeintlich das Aussehen gefestigt, öffnet aber unbekannten rezessiven Genen Tür und Tor.
Zum anderen bin ich bestrebt, Hunde zu züchten, die frei sind von den bekannten genetischen Erkrankungen. Das ist mit nur wenigen Hunden schwierig, bis unmöglich, aber ich versuche mein Bestes, trotzdem so viel wie möglich an Defekten auszuschalten.
Dann kommt noch die Epigenetik oben drauf! Das Wesen des zukünftigen Zuchthundes ist unendlich wichtig, gibt er es doch an seine Nachkommen weiter! Was nützt der schönste Hund, wenn er Wesensmängel hat, die seiner Familie das Leben zur Hölle machen?!?
Als nächstes schau ich mir den Knochenbau an. Hüfte, Schulter, Rücken.
Nun hab ich also ein Hundekind, dass ich mir auserkoren habe, lasse es wachsen, ziehe es sorgsam auf und irgendwann kommt der Tag der Abrechnung: was kann mir dieser Hund bringen in der Zucht? Was sind die Punkte, die dafür oder dagegen sprechen? Was überwiegt? Was kann ich züchterisch " brauchen", was eher nicht, was kann ich tolerieren, was eher nicht?
Das hört sich extrem theoretisch an und genau das ist es auch. Natürlich spielt auch die eigene Beziehung zu dem jeweiligen Hund eine Rolle bei der Entscheidung, aber, machen wir uns nichts vor, man kann nicht endlos viele Hunde halten und muss Entscheidungen treffen. Aber, eines sei gesagt: ich mache all die Tests nicht, um Hunde aus der Zucht auszuschließen, sondern, falls sie meinen Erwartungen in vielen Punkten entsprechen, die besten Verpaarungspartner für einander zu finden und am Ende zusammen zu führen!
Es muss jedem Züchter und Halter klar sein, die eierlegende Wollmichsau, die einfach in jeder Beziehung perfekt ist, die gibt es nicht!
Zucht soll verbessern! Für mein Empfinden müssen Welpen, die geboren werden, zumindest besser sein, als ein Elternteil und das auf das Gesamtpaket bezogen!
Zucht muss im Großen denken und darf nicht nur auf einen kleinen Ausschnitt seinen Fokus legen.
Wenn ich über genetische Probleme und Wesensmängel beim Collie spreche, dann ganz sicher nicht, um die Rasse kaputt zu reden, wie mir so gerne vorgeworfen wird. Warum sollte ich das auch tun? Ich liebe den Collie! Nur reduziere ich ihn nicht auf Ausstellungsergebnisse. Für mich ist er mehr, sehr viel mehr und DAS sollte jeder Züchter versuchen zu erhalten und zu verbessern!
Nun hört sich das sicher alles schlüssig an, aber so einfach funktioniert die Natur leider nicht. Es geht immer 2 Schritte vor und einen zurück, wenn man Pech hat, auch wieder zwei zurück. Da hab ich dann vielleicht den genetisch freien Hund, der dummer Weise Stehohren hat, oder übersteigerten Jagdtrieb zeigt. Da wähnte man sich ganz weit vorne und muss erkennen: " Das war nicht der richtige Weg" dumm gelaufen, vielleicht wieder Mal ein Jahr verloren. Das gehört dazu, so ist das eben mit der Zucht... Wenn ich ehrlich darüber spreche, dann rede ich die Rasse nicht kaputt, dann will ich sensibilisieren und aufklären. Viel zu lange haben so einige Züchter das Mäntelchen des Schweigens ausgebreitet über das ein oder andere Problemchen. DAS ist vielleicht vor Jahrzehnten angebracht gewesen, weil man es einfach gar nicht besser wusste, vieles auch wissenschaftlich noch nicht erklären konnte, aber genau das können wir jetzt und daher sollten wir nutzen, was die Wissenschaft uns an die Hand gibt und aufklären darüber, dass ein Züchter leider nicht zaubern kann und die Natur eben auch mal eigene Wege geht und nicht immer alles zu kontrollieren ist im Leben....